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Written by Stephan Holtmeier   
Tuesday, 12 October 2010

Tests zum schlussfolgernden Denken (ki.case)

An dieser Stelle möchten wir Frau Melanie Mühr herzlich zu Ihrem Diplom gratulieren. Ihre Diplomarbeit bieten wir interessierten Personen unter "Downloads/Forschungsarbeiten" zum Lesen an.

Die Zusammenfassung finden Sie auch hier...

Ziel der vorliegenden Arbeit war die Entwicklung und Validierung eines Tests (ki.case) zur Erfassung von schlussfolgerndem Denken. Dies sollte durch die Verknüpfung von klassischen Elementen zur Erfassung von schlussfolgerndem Denken und der Einbettung dieser in den realitätsnahen Kontext einer Fallstudie erfolgen. Das resultierende Verfahren sollte zum einen über zufriedenstellende Gütekriterien verfügen und zum anderen von den Teilnehmern in einem stärkeren Maß akzeptiert werden als klassische Testverfahren zur Erfassung von Intelligenz.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde der ki.case an einer Stichprobe von N = 88 studentischen Probanden aus „wirtschaftsnahen“ Fächern hinsichtlich seiner Gütekriterien und seiner Akzeptanz überprüft. Hierzu wurde die Dimension „Verarbeitungskapazität“ der Kurzversion des Berliner Intelligenzstruktur-Tests (Jäger, Süß & Beauducel, 1997) als Validierungsverfahren eingesetzt und die Abitur- bzw. Abiturmathematiknote als Außenkriterium erhoben. Die Akzeptanz des Verfahrens wurde mit Hilfe einer leicht abgeänderten Version des Akzept!-L von Kersting (2005) erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Ziel, ein Verfahren mit einer höheren Akzeptanz bzw. einer höheren Augenscheinvalidität als etablierte Testverfahren zur Erfassung von Intelligenz zu entwickeln, erreicht werden konnte. Allerdings verfügt der ki.case über keine hinreichend guten Gütekriterien, da seine Reliabilität und insbesondere seine Validität zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht den an einen Leistungstest gestellten Kriterien genügen. Bei einer Weiterentwicklung des ki.case sollte daher eine Verbesserung seiner Gütekriterien auf Grundlage der in der vorliegenden Arbeit gewonnenen Erkenntnisse angestrebt werden. Darüber hinaus gilt es zu überlegen, wie der ki.case in einer weiteren Testrevision in ein klassischeres Testverfahren zur Erfassung von Intelligenz revidiert werden könnte, ohne dass dies seine Akzeptanz und insbesondere seine Augenscheinvalidität in negativer Art und Weise beeinflusst. Hierzu bedarf es jedoch zunächst grundlegender und verallgemeinerbarer Erkenntnisse über die spezifischen Faktoren, mit denen eine hohe Testakzeptanz erreicht werden kann.